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Inselspital Bern, Neubau Sekundärsystem INO

3010
Bern / Bern
Stadt
Itten+Brechbühl SA


INO Inselspital Bern Neubau Sekundärsystem INO

 

Ein modernes Spital ist ein flexibles Spital Das neue Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum INO des Inselspitals Bern wird eines der leistungsstärksten Behandlungszentren der Schweiz. Im INO werden die wichtigsten Untersuchungs- und Behandlungseinheiten und die medizinischen Dienste neu in einem einzigen Gebäude zusammengefasst. Das schafft Synergien und verbessert die Behandlungsprozesse.

 

Als erstes Gebäude in der Schweiz wird das INO nach dem Prinzip der Systemtrennung geplant und ausgeführt, welche die unterschiedliche Lebensdauer und Flexibilität der verschiedenen Gebäudeteile berücksichtigt. Das ermöglicht am besten einen möglicherweise notwendigen Umbau. Gebäudehülle und Tragstruktur bilden das Primärsystem, das unabhängig vom Sekundärsystem geplant und ausgeführt wurde.

Den Projektwettbewerb für das Sekundärsystem, das 30 Jahre halten soll, gewann IttenBrechbühl. Innerhalb der gegebenen Baustrukturen galt es also, ein geschossunabhängiges Raumlayout und die funktionelle Struktur zu planen – ihrerseits die Basis für das tertiäre System der medizintechnischen Ausrüstung.

 

Modulare Konzepte mit austauschbaren Raum-Bausteinen erwiesen sich in allen Abteilungen als pragmatischste Lösung. Der Ist–Zustand ist damit auf die Zukunft hin angelegt. Dazu dienen freie Dispositionsflächen, harte, hoch installierte und weiche, niedrig installierte Funktionen.

Was das im Detail bedeutet, veranschaulicht eine Zahl: Allein die Gesamtlänge der in der 1. Ausbauetappe verlegten Kabel betrug rund 225 Kilometer. Einen Neuansatz, der dann allerdings nicht ausgeführt wurde, entwickelte man für die Operationsabteilung: Vier OPs bilden einen Cluster, was eine flexible Steuerung der Operationsabläufe erlaubt.

 

Den Betrieb bereits aufgenommen haben die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung, die Labormedizin, die Radiologie und das Operationszentrum. Nach dem Endausbau wird das INO ab 2012 auch das neue Notfallzentrum, die Intensivbehandlung, weitere Operationssäle und die Nuklearmedizin beherbergen.

 

Durchgehende Prinzipien gibt es – neben dem der Flexibilität – im ganzen Gebäude, trotz der langjährigen Planungs- und Realisierungszeit. So müssen die Materialien spitaltauglich, also beispielsweise robust und resistent gegen Desinfektionsmittel sein. Ein weiteres, vereinheitlichendes Prinzip besteht im Farbkonzept: Gegen Osten herrschen die Rottöne des Morgens vor, gegen Süden die Blautöne des Himmels, gegen Westen das ruhige Grün der Dämmerung, und gegen Norden hellen Gelbtöne die dunkleren Räume auf.

 

Auftraggeber Kanton Bern  

Architeken Generalplaner Itten+Brechbühl AG  

Wettbewerb 1. Preis 1998  

Baubeginn 2005  

Inbetriebnahme 2012  

Geschossfläche 49 100 m2  

Bauvolumen 169 000 m3  

Minergie Label BE-940  

Fotos Rolf Zimmermann, Universität Bern Vision on Wings, Manfred Richter, Reinach  

Text Konrad Tobler, Bern  

Film INO des Inselspitals Bern © www.lomotion.ch im Auftrag Inselspital Bern